Biohacker Dr. Belusa im Interview

In diesem Interview berichtet Dr. Ralf Belusa von seiner Erfahrung mit dem Tracking verschiedenster Körperwerte. Der Aufbau des Interviews orientiert sich dabei an den drei Grundfragen die auch unsere Show & Tells beantworten. Einen tieferen Einblick gibt der Mediziner auch beim nächsten Quantified Self Meetup am 24. Januar in Berlin.

Hallo Ralf. Welche Daten hast Du gesammelt und warum?

Über die letzten zwei bis drei Jahre habe ich mit verschiedenen Messgeräten, Devices und Apps folgende Parameter gesammelt: Gewicht, Fettanteil, Muskelanteil, Wasseranteil, eingenommene Medikamente, Sportart und Dauer, Ernährung (kJ, Salz, Fett, Vitamine, Kohlenhydrate, Wasser, Zucker und Mineralstoffe), besondere Ernährungsbestandteile, Hautbeschaffenheit, Symptome und Krankheiten, Puls, Blutdruck, Blutsauerstoff, Stimmung, Schlafdauer und Stresslevel.

Wie hast Du es gemacht? (wie hast Du die Daten gesammelt und ausgewertet..)

Um den Aufwand zu minimieren verwende ich eine Art Wechselwirkungsprinzip mit dem ich variabel die jeweils wichtigsten Parameter erfasse. Grundparameter wie Gewicht, Körperfett, Muskeln oder Blutdruck-Puls monitore ich kontinuierlich. Somit bilden diese die Basisparameter, welche den Rahmen vorgeben. Darüber hinaus werden die Wechselwirkungsparameter wie Krankheiten, Symptome und Medikamente, Sport, Ernährung, Hautbeschaffenheit usw. bei Veränderungen oder Wechselwirkungen gemessen. Tritt eine Wechselwirkung oder Veränderung meines Körpers auf, wende ich eine Vielzahl von Messparametern und Einflussgrößen an, um die Wechselwirkung oder Veränderung zu erkennen und zu kontrollieren. Ich verstehe unseren Organismus hier als einen dynamischer Kreislauf, welcher sich kontinuierlich erweitert und verändert. Bei bestimmten Krankheitssymptomen oder Veränderungen, ändere ich zielgerichtet die Ernährung, Medikamente, Sport, um das Gesamtsystem Körper wieder ins Gleichgewicht und optimalere Ausgangslage zu regulieren.

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Zuwachs im Redaktionsteam

Nach einem knappen Jahr qsdeutschland.de unter meiner Redaktion erhält dieser Blog jetzt Zuwachs. Arne Tensfeldt, (Orga QS Hamburger/Autor der Infoseite: was-ist-quantified-self.de und dem veganen Restaurantverzeichnis VeganFoodie) und Marcia Nißen, welche die Quantified Self Bewegung im Rahmen ihrer Bachelorarbeit am KIT untersucht, werden zukünftig zu diesem Blog beitragen. Hierfür haben wir bereits einige neue Formate in Planung sodass es in Zukunft noch interessanter und abwechslungsreicher wird. Bereits vor kurzem ist Peter Lewis mit einigen Artikeln auf den neuen, Englisch-sprachigen Seiten dieses Blogs gestartet.

Arne, Florian, Marcia und Peter (v.l.n.r.)

Diese bieten Informationen für die internationale, in Deutschland lebende Community für welche wir vor wenigen Tagen in Berlin ein erstes Show & Tell durchgeführt haben. Relevante Artikel werden wir jeweils übersetzen, sodass Sie sowohl auf den Deutsch- wie auch auf den Englisch-sprachigen Seiten bestens informiert bleiben. Gemeinsam mit den erfahrenen Bloggerkollegen Arne, Marcia und Peter freue ich mich auf zahlreiche spannende Artikel. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie auf diesem Blog über Ihre Erfahrung mit Self-Tracking und Quantified Self berichten möchten. Wir veröffentlichen gerne Ihren Beitrag und helfen ggf. beim editieren Ihres Artikels.

Florian Schumacher ist Organisator von Quantified Self Veranstaltungen in Berlin und München. Schumacher berät Unternehmen zu digitalen Sport- und Gesundheitsprodukten und berichtet auf seinem Blog igrowdigital.com über Gesundheit, Technologie und die Nutzung persönlicher Daten.

Einladung zum Berliner QS Show & Tell #1

Am 22. November findet das erste QS Show & Tell der neuen Englisch-sprachigen Berliner Quantified Self Gruppe statt. Mit internationalen Gastsprechern und einer Demo Hour ist die Veranstaltung das bisher größte Quantified Self Event in Deutschland. Die Teilnehmerzahl ist limitiert und eine rasche Anmeldung wird empfohlen. Weitere Informationen zum Berliner Show & Tell #1 finden Sie hier.

Teilnehmer für Studie zu Quantified Self gesucht

Dies ist ein Gastbeitrag von Marcia Nißen, welche Quantified Self im Rahmen Ihrer Bachelorthesis untersucht.

Warum vermesst Ihr Euch?  Wie viel Zeit investiert Ihr ins Selbstvermessen? Was trackt Ihr alles und wie trackt Ihr es? Mich lassen diese Fragen, seitdem ich mich mit Quantified Self beschäftige, absolut nicht mehr los. Im Rahmen meiner Bachelorthesis hinterfrage ich individuelle Motivationen und Motive zur Selbstvermessung und bräuchte dafür nun eure Mithilfe. Wenn ihr irgendetwas in euerm Leben vermesst und aufzeichnet, würde ich mich freuen, wenn ihr an meiner Umfrage teilnehmt.

Zum Ausfüllen des gesamten Fragebogens solltet Ihr zwischen 15 und 20 Minuten brauchen. Eure Antworten werden anonymisiert und natürlich nicht an Dritte weitergegeben. Alle Ergebnisse und Erkenntnisse aus diesen Daten werde ich der Quantified Self Community nach Abschluss meiner Bachelorarbeit gerne zur Verfügung stellen. Hier gehts zur Umfrage: www.ksos.kit.edu/qs

Marcia Nißen studiert Wirtschaftingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und schreibt momentan an ihrer Bachelorarbeit zu dem Thema „Self-Tracking Activities and Motivations“. Seit September 2012 bloggt sie auf www.vermessen-leben.de über den Verlauf ihre Bachelorarbeit und Phänomene, die ihr dabei rund um Quantified Self begegnen. 

Internationale Quantified Self Kultur in Berlin

Am 17. Oktober wurde die englischsprachige Berlin Quantified Self Meetup Group gegründet. Die erste Veranstaltung der neuen Berliner Gruppe findet am 22. November statt. Unter den Sprechern sind zwei bekannte Personen aus der Quantified Self Szene. Steven Dean ist Designer, Dozent und Unternehmer in der digitalen Gesundheitsbranche sowie Partner des Inkubators PREHYPE. Der Organisator der New Yorker QS Meetups gibt beim Berliner Treffen eine Keynote zu Quantified Self und wird über seine Erfahrung mit Self-Tracking während des Trainings auf einen Iron Man berichten.

Steven Dean auf der QS Europa Konferenz 2011 (cc by Rain Rabbit)

Denis Harscoat ist Gründer des Startups DidThis und Co-Organisator der Pariser und Londoner QS Gruppen. Ihn interessieren insbesondere Gewohnheiten und die regelmäßige Ausübung von Handlungen, welche notwendig sind, um auf dem ihnen entsprechenden Gebiet Meisterschaft zu erreichen. Beim Berliner Treffen spricht Harscoat über das Self-Tracking von Handlungen, das “programmable self” und wie Self-Tracking ihn motiviert, seinen Lebensstil zu verändern. Neben den internationalen Gastsprechern kommt auch die Berliner Szene zu Wort. Peter Lewis ist Co-Organisator der neuen Berliner Quantified Self Gruppe und Entwickler von mobile Apps nach dem “spaced repitition learning system” Prinzip (SRS). Dieses Verfahren berücksichtigt die Merkfähigkeit des menschlichen Gehirns und hilft so die Effizienz beim Erlernen neuer Inhalte zu optimieren. Lewis spricht beim Meetup der neuen Gruppe über verschiedene SRS- Algorithmen, deren Potential für zukünftige Anwendungen und seine persönliche Erfahrung beim Erwerb von Wissen mit der Methode. Neben diesen und weiteren Beiträgen werden auch die Entwickler von Self-Tracking Apps ihren Bezug zu persönlichen Daten, Selbsterkentnis und Verhaltensänderung präsentieren. Entsprechend dem Vorbild der amerikanischen Quantified Self Meetups wird es nach den Vorträgen ein Demo Hour geben, bei welcher sich die Besucher über Berliner Startups wie Mentor, welches eine App zum Erreichen persönlicher Ziele entwickelt, informieren können. Alle Self-Tracker, QS-Interessierte und Pressevertreter sind zum Meetup am 22. November herzlich eingeladen. Weitere Informationen zur neuen Gruppe und zur Veranstaltung finden Sie hier.

Die Quantified Self Konferenz 2012

Am 15. und 16. September fand die dritte Quantified Self Konferenz in Palo Alto statt. Unter den 600 internationalen Gästen waren auch Martin Sona, Organisator der Aachener Quantified Self Gruppe und Florian Schumacher, Organisator der Berliner und Münchner Gruppen. Die zweitägige Veranstaltung bot umfangreiche Informationen rund um Self-Tracking und persönliche Daten und wurde von den Anwendern und Anbietern digitaler Lösungen intensiv zum Austausch und Networking genutzt. Einen ausführlichen Bericht zu der bisher größten Quantified Self Konferenz finden Sie hier. Aufgrund der zunehmenden internationalen Verbreitung von Show & Tell Gruppen werden im nächsten Jahr Konferenzen in Holland, Singapur und den USA für den Austausch der europäischen, asiatischen und amerikanischen Quantified Self Communities stattfinden. Auch von wissenschaftlicher Seite findet das Phänomen Quantified Self zunehmend Beachtung. Am morgigen Freitag den 28. September wird das Quantified Self Institut an der University of Applied Sciences in Groningen eröffnet. Auf die Ergebnisse am interdisziplinären holländischen Forschungsinstitut sind wir gespannt.

Berliner QS Events im September

Im September finden gleich zwei Treffen der Berliner Quantified Self Gruppe statt. Für Startups, Entwickler, Designer und Unternehmer aus dem Quantified Self Umfeld findet am 4. September in der Bar „Mein Haus am See“ ein offenes Meet & Greet zur Vernetzung der Szene statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie hier.

Am 8. September findet das offizielle Show & Tell Meetup der Berliner Quantified Self Community statt. Hier erwartet das Publikum mehrere Vorträge von Self-Trackern und Startups. Die vorläufige und unvollständige Beschreibung des Programms beinhaltet folgende Themen:

Richard Spindler hat Tim Ferris‘ Ratschläge zur Effektivitätssteigerung im Selbstmanagement wie auch in der Fitness intensiv in der Praxis erprobt. Einen Einblick in seine Erfahrung gibt er mit seinem Talk „Vom Notwendigen zum Praktischen, Minimal Diät und Foodtracking“. Ebenfalls aus Sicht der Self-Tracker berichtet Christian Kleineidam über seine Erfahrung mit Anki, einer Lernsoftware nach dem Spaced Repetition System.

Mit Archivy und WATTlive präsentieren zwei Startups aus dem Berliner Raum ihren Bezug zu Quantified Self und der Nutzung persönlicher Daten. Diese beiden Unternehmen zeigen wie die Erfassung und Analyse von Informationen über das Verhalten und das Umfeld von Menschen technologischen Fortschritt ermöglicht. Archify ist eine persönliche Suchmaschine die es ermöglicht schnell und einfach Informationen, die man schon mal gesehen hat, wiederzufinden. Dazu speichert Archify die eigene Webhistorie, Aktualisierungen in sozialen Netzwerken und Emails in einem zentralen, privaten Archiv. Max Kossatz, Co-Founder von Archify, zeigt wie der Dienst zum Lifelogging eingesetzt werden kann und durch statistische Auswertung ein umfangreiches Feedback über das persönliche Verhalten im Internet liefert.
WATTlive entwickelt innovative und motivierende Produkte und Online-Dienste, die Benutzern ihren Energieverbrauch und ihren Einfluss zur Energieeinsparung vor Augen führen. Das System des Berliner Startups erfasst den Stromverbrauch aber auch Umweltfaktoren wie Temperatur, Helligkeit oder Luftqualität. Philipp Mahr von WATTlive zeigt beim Berliner Meetup wie das System seinen Benutzern spielerisch hilft ihren Stromverbrauch zu verstehen und Energie zu sparen.

Darüber hinaus ist die Bühne offen für weitere Präsentationen von Self-Trackern und Startups über ihren Bezug zur Nutzung persönlichen Daten. Wer spontan präsentieren möchte kann eine PPT/ Keynote / PDF Präsentation bis zu einem Umfang von 15 Minuten mitbringen. Der Eintritt ist kostenlos.

Quantified Self am KIT

Marcia Nißen studiert Wirtschaftsingenieurwissenschaften am Karlsruher Institut für Technologie. In Ihrer Seminararbeit „Die Bedeutung der Quantified Self Bewegung im gesundheitsorientierten Kontext“ hat sie die bisher grundlegendste deutschsprachige Erörterung von Quantified Self und Self-Tracking in Abgrenzung zu Technologietrends wie Telemedizin verfasst. In dieser geht sie auf medizinisch und nicht-medizinisch motivierte Anwendungsfälle des Self-Trackings ein und zeigt Potentiale des Konzepts von Quantified Self auf. Ihre Forschung zur Motivation hinter Quantified Self wird Marcia Nißen in ihrer Bachelorarbeit vertiefen. Ihre Seminararbeit finden Sie hier.

Das 5. Münchner Quantified Self Meetup

Beim 5. Münchner Quantified Self Meetup am 28. August stellen mehrere Self-Tracker und Unternehmen ihren Bezug zu persönlichen Daten vor. Das Programm umfasst unter Anderem folgende Themen:

Walter Scheuregger spricht getreu dem Motto „alles im grünen Bereich“ über Ernährung und Regulationsmechanismen des Stoffwechsels. Mit dem optischen Messverfahren erlauben die Geräte seiner Firma Mevitec eine nicht invasive Messung von Vitalitätsparametern auf Basis von Lichtstrahlen. Wie das Verfahren funktioniert und was es misst, können die Besucher des Meetups vor Ort ausprobieren.

Yago Veith vom Schweizer Unternehmen QUENTIQ möchte Menschen zu einer gesunden Lebensweise motivieren. Dazu werden bei der Gesundheitsplattform Vitalitäts- und Aktivitätswerte des Nutzers zu einem individuellen Health Score® berechnet und in einer Zahl von 1 bis 1.000 ausgedrückt. Wie mit Gamification zu einer gesünderen Lebensweise motiviert werden kann und über einen möglichen Einsatz des Health Score zur finanziellen Incentivierung berichtet der Head of Digital Marketing von QUENTIQ beim Münchner Meetup.

Soma Analytics entwickelt eine Smartphone Anwendung welche den Stresslevel ihres Nutzers erfasst und zu einem entspannteren Alltag beitragen möchte. Dazu analysiert die App die Interaktion mit dem Telefon über den Tag und misst den Schlaf in der Nacht. Christopher Lorenz, verantwortlich für die Datenverarbeitung bei Soma Analytics, stellt das junge Münchner Startup mit seinem Produkt vor.

Darüber hinaus ist die Bühne offen für Berichte von Self-Trackern über ihre Erfahrung im Umgang mit persönlichen Daten. Wer spontan präsentieren möchte kann eine PPT/ Keynote / PDF Präsentation bis zu einem Umfang von 15 Minuten mitbringen. Das Meetup findet am 28. August um 19:00 Uhr im Combinat 56, Adams-Lehmann-Straße 56 statt.

Der Ursprung von Quantified Self

Die ersten Quantified Self Meetups fanden 2008 in der San Francisco Bay Area statt, wo einige der innovativsten Startups an digitalen Gesundheitsprodukten arbeiten. Auch heute noch gibt es bei den Meetups im Silicon Valley und der Bay Area spannende Präsentationen von passionierten Self-Trackern. Ihre Erfahrungsberichte sind der Kern der Quantified Self Meetups, bei welchen sich in mittlerweile mehr als 50 Städten weltweit Self-Tracker, Entwickler und Healthcare Professionals treffen. Drei Aufzeichnungen aus den letzten Wochen stellen wir hier vor:

Jeremy Howard lernt seit 2 Jahren Chinesisch. Die Methode die er verwendet nennt sich „spaced repetitive learning“, wird in Tools wie SuperMemo und Anki eingesetzt und erinnert einen den Lernstoff kurz bevor er vergessen wird, zu wiederholen. Jeremy schrieb eine eigene Software, um seinen Lernerfolg in Abhängigkeit von Variablen wie Tageszeit und anderen Aktivitäten zu analysieren. In dem Video von der Bay Area QS Show & Tell Gruppe zeigt er einige seiner Daten und berichtet was ihn dabei überrascht hat.

 

Im Dezember letzten Jahres begann Stan James sich zu fragen, wie viel Zeit er täglich mit seinem Computer verbrachte und was er in dieser Zeit macht. Deshalb nimmt er mit seiner Webcam jede Stunde ein Bild von sich auf und verbindet dieses mit einem Screenshot von dem, woran er mit seinem Notebook arbeitet. In dem Video  von der Bay Area QS Show & Tell Gruppe zeigt Stan sein Projekt, einen Teil seiner Daten sowie einige interessante Erkenntnisse.

 

Lisa Betts-LaCroix experimentiert seit dem Jahr 2000 mit der Aufzeichnung ihres Gewichts. In diesem Show & Tell Diskussion beim letzten Silicon Valley QS Meetup berichtet Lisa über fehlgeschlagene Anläufe und Erfolgsfaktoren beim Versuch, ihr Gewicht und damit verbundene Faktoren zu erfassen. Von Tracking mit Excel Sheets, über die Verwendung von Google Docs bis zur Withings Wifi Waage erklärt Lisa, wie sie ihr  Gewicht reduziert hat.