Verhaltensänderung mit Apps und Gadgets

Holger Dieterich sprach beim 5. Berliner Show & Tell über Verhaltensänderung. Der freiberufliche Consultant nutzt seinen Fitbit und verschiedene andere Apps um sich zu mehr Aktivität im Alltag und zu regelmäßigen Laufen zu motivieren. Welche Tools er verwendet und was er dabei herausgefunden zeigt das Video.

Spielarten des Selbst-Trackings

(Übersetzung des engl. Originals Types of Self-Tracking von Peter Lewis)

Wie viele von uns, fand ich meinen Weg zu Quantified Self (QS) „von unten nach oben“ – das heißt, ich habe durch mein Interesse am Selbst-Tracking (mit Hilfe von Spaced Repetition Software) die vielfältigen Möglichkeiten innerhalb QS Bewegung kennengelernt. Seit diesem Zeitpunkt und insbesondere durch die Organisation unseres ersten Show&Tell in Berlin, habe ich eine Menge mehr über die Selbsthilfe-Tracking Motivation der Menschen sowie QS selbst gelernt.

Meine eigene Liste der unterschiedlichen Spielarten des Selbst-Trackings sowie einige Beispiele findet ihr hier in dieser (sicher nicht allumfassenden) Liste. Die vorgestellten Ausprägungen von Zielsetzungen sind häufig sehr unterschiedlicher Natur, an anderen Stellen gibt es häufig Überschneidungen der Inhalte.

Im Quantified Self Umfeld gibt es Zielesetzungen die sind…

1. …motivationsbestimmt: Sowohl das Ziel, als auch der Weg dorthin sind bekannt. Verfolgt wird eine Entwicklung durch gezielte Dokumentation. Der Fokus liegt dabei oft auf der Integration von sozialen Funktionen sowie der Bildung von Gewohnheiten. Es können jedoch auch komplexere  Mechanismen vorliegen. Phil Libin (von Evernote) verlor z.B. rund 13kg nur durch die Dokumentation seines Gewicht mit Hilfe von Excel-Tabellen, ohne dabei gezielte oder willendlich Änderungen an seiner Ernährung oder täglichen Gewohnheiten vorzunehmen. Bekannte Produkte wie RunKeeper oder Nike+ bedienen sich dieser Wirkmechanismen und finden ihre Anwendung in Sport und Fitness.

2. …unterstützend: Wie bei der motivationbestimmten Vorgehensweise, besitzt die Unterstützende ebenfalls ein festes Ziel sowie die klare Vorstellung des Wegs zur Zielerreichung. Die Quantified Self Methodik d.h. das gezielte Tracking der Daten, sowie die Auswertung können entweder selbst der erfolgsbestimmende Faktor sein, oder maßgeblich zur Effizienzsteigerung des Vorhabens beitragen. Als Beispiel dient hier z.B. die Verwendung von SRS-Softwaresystemen und anderen Dokumentationswerkzeugen, mit dessen Hilfe sich unter anderem chronischen Erkrankungen Quantifizieren lassen. Exemplarisch sei hier MySugr erwähnt dessen Anwendungsbereich die Erfasssung und Dokumentation der Blutzuckerwerte von Diabeteserkrankten ist Weiterlesen

Quantified Self Meetups im Juli

Am 4. Juli findet das vierte Quantified Self Meetup in München mit zahlreichen Beiträgen statt. Roman Kling und Stefan Lang arbeiten an Lösungen zur Selbstmotivation durch soziale Motivationsmechanismen. Wie sie mit ihren Startups blondbanana und Goalympia Menschen beim Erreichen Ihrer Ziele unterstützen, stellen sie den Besuchern des Münchner Meetups vor. Mit den unterschiedlichen Ansätzen auf Basis zwischenmenschlicher Verbindlichkeit bzw. auf Wettbewerben unter Freunden repräsentieren sie ein breites Spektrum sozialer Motivationsmechanismen.

Benjamin Bolland experimentiert mit polyphasen Schlafrhythmen. Anstatt einmal pro Nacht zu schlafen, deckt er seinen Schlafbedarf mit mehreren über den Tag verteilten Schlafeinheiten. Über seine Erfahrung mit dem Ubermancycle und dem Everymancycle und ob er sein Ziel, den gesamten Schlafbedarf zu reduzieren erreicht hat, berichtet er beim Münchner Meetup. Neben diesen Beiträgen stehen weitere Anwenderberichte zu Self-Tracking Themen und die Möglichkeit zum Networken auf dem Programm.

Am 7. Juli findet das dritte Quantified Self Meetup in Berlin statt. Auch hier präsentieren mehrere Anwender und Startups ihre Erfahrungen und Projekte rund um die Nutzung persönlicher Daten. Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit am Rollenspiel „The Social Quantified Self“ teilzunehmen, welches von der Special Interest Group „Mensch-Maschine-Persuasion“ unter der Leitung von Daniela Kuka und Klaus Gasteier an der Berliner Universität der Künste UdK entwickelt wurde. In diesem fiktiven Rollenspiel wird eine fundamentale Regel sozialer Netzwerke verändert: Nutzerprofile entstehen ausschließlich durch quantifizierbare und algorithmisch interpretierte Daten, sodass direkte Eingriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten nicht mehr nötig oder möglich sind. Stattdessen wird von einer „Frictionless Quantification“ u.a. in den Lebensbereichen Gesundheit, Zeitmanagement, Erfolg, Sozialkompetenz und Finanzgebaren ausgegangen und die Veränderungen des sozialen Gefüges durch die Veröffentlichung der individuellen Werte betrachtet.

Die UdK-Mitarbeiter haben das System als papierbasiertes Rollenspiel entwickelt und erforschen dessen Eigenlogik in halböffentlichen Experimenten. Wie fühlt es sich an, Teil einer öffentlich quantifizierten Gesellschaft zu sein? Wie verändern sich Wahrnehmung und Verhalten in Bezug auf sich selbst und andere? Welche Zwickmühlensituationen und Rückkopplungsschleifen entstehen? Wer ist der Nutzer eines solchen Systems? Diese und weitere Fragen beantworten sich den Teilnehmern beim Berliner Meetup am 7. Juli. Wie auch beim Münchner Meetup ist der Eintritt kostenlos und interessierte Besucher sind willkommen.