Quantified Self Meetups im Juli

Am 4. Juli findet das vierte Quantified Self Meetup in München mit zahlreichen Beiträgen statt. Roman Kling und Stefan Lang arbeiten an Lösungen zur Selbstmotivation durch soziale Motivationsmechanismen. Wie sie mit ihren Startups blondbanana und Goalympia Menschen beim Erreichen Ihrer Ziele unterstützen, stellen sie den Besuchern des Münchner Meetups vor. Mit den unterschiedlichen Ansätzen auf Basis zwischenmenschlicher Verbindlichkeit bzw. auf Wettbewerben unter Freunden repräsentieren sie ein breites Spektrum sozialer Motivationsmechanismen.

Benjamin Bolland experimentiert mit polyphasen Schlafrhythmen. Anstatt einmal pro Nacht zu schlafen, deckt er seinen Schlafbedarf mit mehreren über den Tag verteilten Schlafeinheiten. Über seine Erfahrung mit dem Ubermancycle und dem Everymancycle und ob er sein Ziel, den gesamten Schlafbedarf zu reduzieren erreicht hat, berichtet er beim Münchner Meetup. Neben diesen Beiträgen stehen weitere Anwenderberichte zu Self-Tracking Themen und die Möglichkeit zum Networken auf dem Programm.

Am 7. Juli findet das dritte Quantified Self Meetup in Berlin statt. Auch hier präsentieren mehrere Anwender und Startups ihre Erfahrungen und Projekte rund um die Nutzung persönlicher Daten. Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit am Rollenspiel „The Social Quantified Self“ teilzunehmen, welches von der Special Interest Group „Mensch-Maschine-Persuasion“ unter der Leitung von Daniela Kuka und Klaus Gasteier an der Berliner Universität der Künste UdK entwickelt wurde. In diesem fiktiven Rollenspiel wird eine fundamentale Regel sozialer Netzwerke verändert: Nutzerprofile entstehen ausschließlich durch quantifizierbare und algorithmisch interpretierte Daten, sodass direkte Eingriffs- und Gestaltungsmöglichkeiten nicht mehr nötig oder möglich sind. Stattdessen wird von einer „Frictionless Quantification“ u.a. in den Lebensbereichen Gesundheit, Zeitmanagement, Erfolg, Sozialkompetenz und Finanzgebaren ausgegangen und die Veränderungen des sozialen Gefüges durch die Veröffentlichung der individuellen Werte betrachtet.

Die UdK-Mitarbeiter haben das System als papierbasiertes Rollenspiel entwickelt und erforschen dessen Eigenlogik in halböffentlichen Experimenten. Wie fühlt es sich an, Teil einer öffentlich quantifizierten Gesellschaft zu sein? Wie verändern sich Wahrnehmung und Verhalten in Bezug auf sich selbst und andere? Welche Zwickmühlensituationen und Rückkopplungsschleifen entstehen? Wer ist der Nutzer eines solchen Systems? Diese und weitere Fragen beantworten sich den Teilnehmern beim Berliner Meetup am 7. Juli. Wie auch beim Münchner Meetup ist der Eintritt kostenlos und interessierte Besucher sind willkommen.