Review Innovators@Google in Berlin

Am 6. Juni fand sich die Quantified Self Gemeinschaft zum ersten Mal in Google’s Berlin-Büros ein fuer den Event Innovators@Google. Anstatt der traditionellen Show & Tell Präsentationen stellten dieses Mal drei Startups im Quantified Self Bereich sich selbst und ihre Produkte vor. Dies wurde mit ein paar Worte von Jan Schallaböck der sich mit Datenschutzfragen auseinandersetzt und einer reghaften Diskussion ergänzt.

Der Anlass war ein voller Erfolg und gemäss Max Senges, der unser Google Gastgeber war, hatten sich bis auf die Eröffnungsveranstaltung noch nie so viele Leute in dem Raum befunden – insgesamt waren es über 100!

Florian Schumacher der die Berliner QS Gruppe gegründet hat und sich seit 2012 enorm für das Wachstum der Quantified Self Community in Deutschland engagiert, eröffnete den Abend. Seit kurzem als Trendscout für Wearable Technologies tätig, berichtete er über Trends im schnell wachsenden Markt der am Körper tragbaren Sensorlösungen.

Florian beschrieb das enorme Potential von Smartphones für passives Self-Tracking am Beispiel der Analyse der Gefühlslage welche allein am Klang der Stimme möglich sei und in zukünftigen Anwendungen integriert werden soll. Ebenso werde das Aktivitätsmonitoring durch die Integration in Smartphone-Betriebssysteme und den Eintritt großer Hardwarehersteller in den digitalen Fitness und Lifestyle Markt enorm an Verbreitung gewinnen.  Dabei werden zukünftige Smartphones wie auch am Körper tragbare Sensoren immer mehr Parameter aufzeichnen um präzisere Modellierungen aber auch medizinische Anwendungen zu ermöglichen.

Weitere Trends beschrieb Florian im Aufkommen intelligenter Textilien (Bsp. Socke mit Drucksensorik zur Ganganalyse ), organischer Elektronik für die Messung verschiedenster elektrischer Signale des Körpers und dem Thema Lifelogging, welches in diesem Jahr erstmals an Relevanz gewinnen und einige Diskussionen zur Privatsphäre auslösen wird.

Berlin Innovators@Google

Archify

Für das erste Startup, Archify, war Brendan Quinn zu Gast. Archify bildet via einer Browser-Erweiterung und der Verbindung mit sozialen Netwerken ein Archiv von sämtlichen Webseiten die man besucht. Danach können diese Seiten mit Archifys eigener Suchmaschine durchsucht werden.

Der Service von Archify erinnert ein bisschen an Lifelogging. Durch Lifelogging Kameras und beispielsweise auch Google Glass wird es bald möglich werden alles was man selbst sieht digital festzuhalten und zu archivieren. Archify macht etwas Ähnliches allerdings mit dem Surfverhalten.

Über ein Dashboard bietet Archify auch ein paar statistische Daten über das Suchverhalten. Brendan baute in die Präsentation auch eine kleinen Rückblick auf die letzten zehn Monate seines eigenen Surfens ein.

MySugr

Frank Westermann, der CEO von MySugr, einer mobilen Diabetes-Anwendung, folgte. MySugr wird bereits von mehr als 20’000 Diabetikern genutzt um ihren Zuckerkonsum zu tracken. Frank und seine Mitgründer sind alles selbst Diabetiker und kennen die Problematik daher genaustens.

Wie er betonte ist für Diabetiker Self-Tracking nicht nur ein Hobby sondersn absolut lebenswichtig. David Gordon hatte an der Quantified Self Konferenz in Amsterdam bereits ebenfalls darüber gesprochen, dass Diabetiker zwar allgemein ohne grosse Einschränkungen Leben können, dies aber eine genaue Abstimmung des Zuckerkonsums und der Insulinaufnahme benötigt. Dies ist natürlich ein klassisches Self-Tracking Problem und MySugr macht dies leichter und motivierender für Diabetiker indem es auch viele Spielelemente einbaut.

Frank konnte auch gleich noch verkünden, dass Tim Ferriss, der 4-Hour Workweek und 4-Hour Body Autor, ein offizieller Berater von MySugr geworden ist und das Startup fortan bei ihrem US-Launch und sonstiger Entwicklung unterstützen wird.

DropXM

Als letztes Startup war Nicola Kegel von DropXM dran. DropXM, welches noch in der Gründungsphase ist, wird kontinuierliche Bluttests anbieten um Gesundheitsmarker zu messen. Die Idee ist Schwach- und Verbesserungspunkte in der eigenen Gesundheit frühzeitig zu erkennen und konkrete Schritte zur Gesundheitsverbesserung oder Prävention zu empfehlen. Langfristig sollten dazu auch Daten vom Aktivitätstracking integriert werden.

Der Service erinnert sehr an WellnessFX, das bereits etwas Ähnliches in den USA anbietet. DropXM hat sicherlich einen guten Markt gewählt da in Europa konsumentenorientierte Gesundheits-Startups noch Mangelware sind. Die Frage wird sein ob DropXM die Preise genügend Tief halten kann um regelmässige Tests auch einem breiten Publikum finanziell zu ermöglichen.

Nicola erzählte zudem von ihrer eigenen Erfahrung mit der Messung ihres Vitamin-D Blutwertes. Seit sie nach einem ursprünglich sehr tiefem Result begann Vitamin-D als Ergänzungsmittel zu nehmen und mehr Zeit in der Sonne zu verbringen, hat sich ihre Gesundheit und Wohlbefinden merklich verbessert.

Die Datenschutzfrage

Zuletzt sprach Jan Schallaböck, der beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein, forscht. Er meinte die Regulierung von Quantified Self Anwendungen stehe noch sehr am Anfang und prophezeite, dass diese in den nächsten Jahren stark zunehmen werde.

Nach den Vorträgen genossen wir alle noch ein paar Getränke in der inspirierenden Atmosphäre und führten viele der Diskussionen weiter. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Google und Max Senges für die Gastfreundschaft. Wir freuen uns darauf die Diskussion bald weiterzuführen.

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