Quantified Self Berlin – Show & Tell #7

Die siebte “Show & Tell”-Runde der Berliner QS-Gruppe fand am Donnerstag, 24.7.2014, in den neuen Räumlichkeiten der Factory Berlin statt. War zwar alles noch ein wenig provisorisch, aber so ist das halt in diesem verrückten Start-Up-Berlin. Maximilian Gotzler, einer der Organisatoren der Berliner QS-Gruppe, begrüßte die rund 40 Gäste, von denen rund die Hälfte zum ersten Mal dabei war.

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Der erste Vortrag, kam von Josh Berson, der bereits auf der europäischen QS-Konferenz in Amsterdam im Mai für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Dort hatte Berson gefordert, die QS-Szene müsse soziale Verantwortung übernehmen, statt sich nur damit begnügen, selbstzufrieden den eigenen Bauchnabel zu analysieren. Sein Vortrag war damals sowohl mit viel Zustimmung als auch mit viel Kritik aufgenommen worden – er war in jedem Fall einer der erinnerungswürdigeren Talks auf der Konferenz.

Am Donnerstag in Berlin ging es Josh mehr um die soziale Komponente von Träumen, einer wie er sagte zu Unrecht dem Individuum zugeschriebenen Tätigkeit. Als ein interessantes Beispiel für die Auswirkung von kollektiven Träumen führte Josh das Volk der Kantu in Borneo an, die vom Reisanbau lebten. Als der Anbau von Pfeffer und Kautschuk größere Exportgewinne versprach, hatten viele Kantu denselben Traum: Einen Traum, in dem der Reis verschwunden war und sich erst viel später verschimmelt in einer Kautschukpflanze versteckt wiederfand. Das Volk verstand diesen Traum als (sich später als berechtigt herausstellende) Warnung, die lebenswichtige Reisproduktion nicht zugunsten von schnellen Kautschukerlösen zu vernachlässigen.

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Im zweiten Vortrag des Abends berichtete Ela, alias S.E. Sever, von ihren Schlafproblemen und wie sie diese durch Tracking in den Griff bekommen hatte. Ein sehr interessanter Vortrag, der die geschichtliche Entwicklung und die Basics der Schlafforschung (Schlafphasen etc.) ebenso gut erklärte, wie ihre Trackingmethoden und Schlussfolgerungen. Elas Anpassungen ihres Lebensstils sind relativ radikal und sicherlich nicht für jeden leicht umsetzbar – aber vor allem geht es bei Quantified Self ja darum, herauszufinden, was für einen individuell funktioniert und was nicht.

Erwähnenswert auch ihre Literaturtipps zum Thema Schlaf: “The Enchanted World of Sleep” von Peretz Lavie, “Grain Brain” von David Perlmutter und “Beyond Time” von Michel Siffre. Die App “Twilight”, die abends den Smartphonescreen dimmt, um das spätere Einschlafen zu erleichtern, klang auch spannend, leider nur für Android verfügbar.

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Der letzte Speaker des Abends war ein Gast aus Köln: Andreas Schreiber hat die dortige QS-Gruppe gegründet und berichtete in seinem sehr ausführlichen Vortrag über seine verschiedenen Self-Tracking-Experimente. Schreiber, der vor etwa fünf Jahren einen Schlaganfall erlitt, arbeitet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und entwickelt als CEO von Medando eigene Tracking-Apps. Er trackt seine medizinischen Daten wie Blutdruck, Puls, etc. ebenso wie seinen Schlaf, die Bewegungen seines Autos und die Aktivitäten seines Hundes.

Einige Korrelationen, die er bisher dadurch gefunden hat, sind bereits bekannt (z.B. der Zusammenhang zwischen Gewicht und Blutdruck), andere erschienen mir wiederum sehr spannend: So fand Schreiber heraus, dass sich seine Schlafeffizienz nicht steigert, wenn er seine gesamte Schlafdauer verlängert und er erkannte, dass seine Knieprobleme, an denen er seit einiger Zeit leidet, stärker werden, wenn er unter einer gewissen Anzahl von Schritten pro Tag bleibt.

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Der Abend endete mit Gesprächen der Teilnehmer untereinander und dem gemeinsamen Ausprobieren eines Reaktionstestgeräts, das Andreas Schreiber mitgebracht hatte und das er mit dem DLR entwickelt, um die Reaktionsfähigkeit und damit den Schlafbedarf von Langstreckenpiloten zu tracken. Ein schöner und lehrreicher Abend, vielen Dank an alle Beteiligten!

Dieser Artikel ist zuerst auf Self-Tracking-Blog erschienen. Vielen Dank an Christoph Koch (Journalist und Autor von „Die Vermessung meiner Welt„) für den Bericht.

Quantified Self Europa Konferenz 2014

Gary WolfAm 10 und 11. Mai fand die dritte Quantified Self Europa Konferenz statt. Wie schon bei den vergangenen malen gestalteten die Organisatoren das Event als „carefully curated Uncoference“ (sorgfältig zusammengestellte Unkonferenz) zu welcher die 250 Teilnehmer mit 100 Vorträgen, Workshops und Produkt-Demos beitrugen. Im Vergleich zu den letzten Jahren konnte man eine noch deutlichere Fokussierung auf die Beiträge der Teilnehmer erkennen, das Programm kam ohne Keynotes aus und das Rahmenprogramm setzte stattdessen auf kurze Input-Vorträge und anschließende Plenumsdiskussionen. Themenschwerpunkte wie im letzen Jahr, als intensiv über Emotions-Tracking und Lifelogging gesprochen wurde, kamen diese mal daher weniger deutliche zum Vorschein, was ich ein wenig vermisst habe.

Narrative

Die Beiträge der Mitglieder deckten wie auch schon in der Vergangenheit ein weites Spektrum ab, das volle Programm ist hier einsehbar. Mehrfach während den unterschiedlichen Workshops und Vorträge behandelt wurde das Thema Privatsphäre, aber auch Aggregatoren, mit denen Daten aus verschiedensten Bereichen in einer Plattform gesammelt werden können, wurden mit großem Eifer besprochen. Die Agenda der Konferenz mit ihren großzügigen Pausen erlaubte auch viele Gespräche mit den durchwegs interessanten Teilnehmern, welche von uns gerne genutzt wurden. Neben den Gästen aus ganz Europa waren auch einige Teilnehmer aus amerikanischen Quantified Self Meetup Gruppen dabei. Für die regelmäßigen Konferenz-Besucher war es eine große Freude die Freunde wieder zu sehen.

Publikum

Zum Abschluss der Konferenz würdigte Gary Wolf den Beitrag des kürzlich verstorbenen Psychologen Seth Roberts. Seth war als Self-Tracking Pionier eine große Inspiration für die Quantified Self Bewegung und auch maßgeblich mit am Aufbau beteiligt. Seinen Blog auf dem er über unzählige Selbstexperimente berichtet hat, findet ihr hier.

QS Europe Konferenz hat begonnen

Soeben hat die Quantified Self Europe Konferenz begonnen. Auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind zahlreiche Self-Tracker hier und uns stehen zwei großartige Tage mit Freunden und interessanten Themen bevor. Wir werden in den nächsten Tagen noch einen ausführlichen Artikel zum Thema posten. Wer die Ereignisse schon jetzt verfolgen möchte, kann dies bei Twitter mit dem Hashtag #QSEU14.

Show & Tell #5 in Berlin

Zum fünften Berliner Quantified Self Meetup fanden wir uns erstmals im Hubraum, dem Startup Inkubator der Deutschen Telekom, wieder. Dieser bot einen hervorragenden Raum für ein anregendes Treffen, das von Florian Schumacher moderiert wurde. Mit mehr als hundert Teilnehmern war dann auch die Nachfrage groß.
QS Berlin #5

Wolverine werden (Max Gotzler)

Im ersten Vortrag des Abends teilte Max Gotzler seine Erkenntnisse über den optimalen Weg mehr wie Wolverine zu werden. Als Selbstvermesser ging er die Sache natürlich systematisch an und fokussierte sich bei seinen Bluttests auf den Testosteronspiegel.

Nach einer Einführung in die biologische Funktion des Testosterons, erklärte er auch warum dieses wichtige Hormon im Alter tendenziell abnimmt.

Sein Experiment begann nachdem er in einem Bluttest feststellte, dass sein Testosteronspiegel erstaunlich tief war. Max wechselte daraufhin auf eine Low-Carb Diät und reduzierte den Anteil der Kohlenhydrate auf unter 30%. Obwohl er sich aggressiver und besser fühlte passte der deutliche Gewichtsverlust nicht zum Wolverine-Pfad. In einem Bluttest fand er auch, dass seine Testosteronwerte deutlich abgenommen hatten.

In der folgenden Zeit begann er mehr Kohlenhydrate zu essen und nahm prompt wieder fünf Kilo an Muskelmasse zu. In einem erneuten Bluttest fand Max eine dramatische Erhöhung seines Testosteronwertes. Obwohl der Zusammenhang zwischen Testosteron und Kohlenhydrateinnahme nicht ganz bekannt ist, fand Max doch eine Studie in der kohlenhydratarme Ernährung den Testosteronspiegel in Athleten senkte.

Testosterone

Max gab ebenfalls ein kurzes Update zu seinem Startup Biotrakr, das ambitioniert allen zum Wolverine-Status verhelfen möchte. Der erste Schritt auf diesem Weg ist ein Vitamin-D Test, der auf Biotrakr innert Kürze erhältlich sein wird.

Bluttests und Fast-Food Experimente (Roland Gaber)

Auch im zweiten Show & Tell waren Bluttests das zentrale Thema. Rolands Erfahrungen mit Bluttests begannen vor neun Jahren als er plötzlich starke Magenschmerzen bekam und in den folgenden Monaten 20kg Gewicht verlor. Nach langer Suche half ihm ein Bluttest schlussendlich die Ursache in mangelhaften Magnesium-, Zink- und Proteinwerten zu finden. In der Folge halfen ihm Sport, gesundes Essen und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln um sich wieder zu erholen.

Das letzte Jahr verbrachte Roland als Austauschstudent an der University of Chicago und führte da ein grosses (und ausgesprochen amerikanisches) Selbstexperiment durch: Eine hundertprozentige Fastfood Diät!

Nachdem er sich selbstlos zwei Monate diesem Experiment hingegeben hatte, zeigte ein Bluttest mit Inside Tracker dass sein LDL-Cholesterol und Vitamin-D Niveaus schlecht waren. Auch Magnesium, Testosteron und HDL Cholesterol waren nicht ideal.

In der Folge, startete Roland Phase 2 seines Experimentes: gesünderes Essen, Schrittezählen mit Jawbone, viele Nüsse und Früchte und Besuch der Freundin. In der Tat wirkten diese und seine Testergebnisse verbesserten sich markant.

Schritt für Schritt Richtung Halbmarathon (Holger Dieterich)

Für Holger fing seine persönliche Reise mit dem Kauf eines Fitbits an. Im Januar 2012 begann er aus Neugierde seine Schritte zu tracken. Da er seinen Tagesdurchschnitt von 7’500 Schritten nicht zufriedenstellend fand, ging er nach einiger Zeit vom tracken zum optimieren über und setzte sich ein Ziel von 10,000 Schritte pro Tag. Auch dank der Hilfe seiner Frau, die sich als effektive Motivatorin herausstellte, erreichte er das Ziel.

Danach hörte Holger von einem neuen Phänomen namens ‘Jogging’. Er lud sich die App Runkeeper runter und begann dessen Halbmarathon Programm. Durch Ziel und den motivierenden Effekt des Tracken fand er es erstaunlich einfach den Trainingsplan einzuhalten – selbst in Berlins bisweilen unfreundlicher Kälte. Seine Aktivität und ein deutlicher Fettverlust zeigte auch auf der Withingswaage. Im März steht der Halbmarathon an!

Audience QS Berlin

Quantified Self – Eine Journalistenperspektive (Christoph Koch)

Journalisten haben oft eine ambivalente bis negative Einstellung gegenüber Quantified Self. Christoph Koch, ein Journalist für Brand Eins und andere Medien, unterscheidet sich allerdings da er sich selbst praktisch mit dem Thema auseinandersetzte und darin grossen Wert fand. Er schrieb in der Folge sogar ein Buch über seine Erfahrungen: Die Vermessung Meiner Welt. Darin dokumentiert er seine zahlreichen Selbstvermessungsexperimente, die von Schritte zählen, zu Essen, Ausgaben, und Produktivität reichten.

Er fand dabei, dass Verhalten zu ändern einfach ist wenn man etwas misst und die Daten als Feedback hat: Zum Beispiel nutzte er zum ersten Mal  regelmässig Treppe statt Aufzug.

In seinem Vortrag nahm sich Christoph allerdings der Berichterstattung über Quantified Self in den Medien an. Er lehnte sich dabei im wesentlichen an Standartsituationen der Technologiekritik von Kathrin Passig an. Diese hat immer wiederkehrende Mustern der Technologiekritik dokumentiert. z.B.

  • Wofür ist das überhaupt gut?
  • Ist das nicht nur für Privilegierte?
  • Das ist gar nichts neues.
  • Es ist zu kompliziert.
  • Junge Leute werden es inkorrekt verwenden.
  • Es macht die Kultur kaputt.

In Christophs unterhaltsamer Präsentation machte er eine Tour durch die Berichterstattung über Quantified Self und fand genau diese Muster auch wieder. (Als jemand der auch schon öfters in den Medien zum Thema Quantified Self portraitiert wurde, konnte Ich seinen Einschätzungen nur zustimmen.)

Christoph schreibt auch den self-tracking-blog.de, wo er sich mit dem Thema befasst.

OFFTIME (Alexander Steinhart)

Zuletzt stellte Alexander Steinhart kurz die Anwendung seines Startups (OFFTIME) vor. Der Zweck von (OFFTIME) ist es auf dem Mobiltelefon (leider nur Android) Internet, Telefon, SMS temporär auszuschalten um Perioden der Stille, Entkoppelung und Produktivität zu ermöglichen. Ähnliche Dienste sind auch für den Computer populär (z.B. SelfControl) doch (OFFTIME) bringt dies nun auch zu Smartphones und gibt zudem Feedback über den Gebrauch des Smartphones. Momentan arbeitet das Startup mit Telefonanbietern zusammen und führt gerade ein Experiment mit der Swisscom durch.

Brian Fabian Crain ist Co-Organisator der Quantified Self Gruppe Berlin und Gründer von Epicenter Bitcoin, einem Newsletter & Podcast über Bitcoin.

[Video] Review Show&Tell #5 in Hamburg

QSHHAls ich ankündigte „kurzfristig“ werde es ein kleines Review zum Treffen geben, wusste ich nicht wie schnell es geht. Gerade gestern Abend fand in der Hamburger GoodSchool – Der Schule für den digitalen Wandel – das QS Hamburg Show&Tell #5 statt.

Die Gruppe, deren Wachstum gerade in der vergangenen Woche die 100 geknackt hat, entwickelt sich prima. Zu jedem neuen Termin können jeweils viele neue Gesichter begrüßt werden. Es entstehen interessante Diskussionen zu den gehörten Talks, der hiesigen QS-Szene sowie Chancen und Trends für die Zukunft.

Es war wie auch in der Vergangenheit auch schon, ein spannender und anregender Abend. Durch das Engagement aus der Gruppe (Danke Rainer!) kann ich mir große Beschreibungen der Talks sparen und stattdessen einfach auf die von Ihm aufgenommenen Videos verweisen.

Was steckt in mir? – Genotyping mit 23andMe.com im Selbstversuch – Rainer Sax

qs-hamburg-23andme-rainerIn seiner Präsentation sprach Rainer über seine Neaderthaler-Herkunft, über seine genetischen Krankheitsrisiken und über die Handlungsrelevanz der Erkenntnisse aus dem Genotyping.

 

Der 24h-Lifestyle – Wie komme ich dauerhaft mit wenig Schlaf aus und bleibe leistungsfähig? – Peter Neumann

Präsentation als PDF: quantified-self-hamburg-mehrphasenschlaf-peter-neumann

Quo Vadis Quantified Self – welche Rolle spielen persönliche Daten in der Zukunft? – Florian Schumacher

Online Datenvergleich – Wie lassen sich quantitative Daten online miteinander teilen, vergleichen und suchen? – Wolfgang Orthuber

Präsentation als PDF: quantified-self-hamburg-nummel-wolfgang-orthuber

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Termin und lade alle Interessierten herzlich ein, zu schauen wo sich bei ihm in der Nähe eine QS-Gruppe gibt.

Arne
@arnetensfeldt| arnetensfeldt.de | 1k Dinge Guru

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Die Zukunft der Selbstvermessung – Meine Erfahrungen von der 2013 Quantified Self Konferenz in San Francisco

Bericht von Maximilian Gotzler

Nach einem wunderbaren Erlebnis bei der Quantified Self Konferenz in Amsterdam zu Beginn diesen Jahres waren meine Erwartungen für die US-Version auf der großen Bühne in San Francisco recht hoch. Das Programm sah sehr vielversprechend aus und nach der Ankunft im schönen Golden Gate Club im Presidio von San Francisco konnte ich es kaum abwarten zu starten.

N = 1: Eine „Bewegung“ von sich selbst vermessenden Menschen

Während andere Konferenzen mit einem oft unangenehmen Kennenlernprozess beginnen, fühlt sich eine Quantified Self Veranstaltung mehr wie ein informelles Treffen von Gleichgesinnten an. Viele Gesichter waren mir bereits aus Amsterdam bekannt und so fühlte ich mich von Anfang an sehr willkommen. Es fühlte sich nur natürlich an, sich noch mit denjenigen anzufreunden, die man noch nicht kannte.

In der Eröffnungsrede teilte QS-Mitgründer Gary Wolf erneut seine Vision von Quantified Self als n = 1 Bewegung von sich selbst vermessenden Individuen (n = 1 als Beschreibung für Studien mit nur einer Testperson). Quantified Self dreht sich somit nicht um groß angelegte Forschungsprojekte mit wissenschaftlichen Standards wie Kontrollgruppen oder mehreren Testreihen. Es geht vielmehr darum, das anzunehmen was für dich persönlich funktioniert und zu ignorieren, was nicht funktioniert.

QS-Conference

Nichts für passive Zuhörer, mischt euch unters Volk!

Wie bei vorherigen Konferenzen gab es auch diesmal zeitgleich mehrere Vorträge. Neben den Plenarsitzungen fanden Show & Tell Talks, Conversations (bei denen jedes Mal drei bis vier Experten zu einem Thema interviewed wurden), Breakout Sessions und Office Hours von teilnehmenden Unternehmen und Forschungsprojekten statt. Mit all diesem parallel entstehendem Gesprächsstoff erwachen QS Veranstaltungen vor allem im Austausch mit anderen Teilnehmern zum Leben. Wer nur dasitzt und passiv zuhört hat es schwer, auf seine Kosten zu kommen.

Meine Höhepunkte vom Donnerstag

Review Innovators@Google in Berlin

Am 6. Juni fand sich die Quantified Self Gemeinschaft zum ersten Mal in Google’s Berlin-Büros ein fuer den Event Innovators@Google. Anstatt der traditionellen Show & Tell Präsentationen stellten dieses Mal drei Startups im Quantified Self Bereich sich selbst und ihre Produkte vor. Dies wurde mit ein paar Worte von Jan Schallaböck der sich mit Datenschutzfragen auseinandersetzt und einer reghaften Diskussion ergänzt.

Der Anlass war ein voller Erfolg und gemäss Max Senges, der unser Google Gastgeber war, hatten sich bis auf die Eröffnungsveranstaltung noch nie so viele Leute in dem Raum befunden – insgesamt waren es über 100!

Florian Schumacher der die Berliner QS Gruppe gegründet hat und sich seit 2012 enorm für das Wachstum der Quantified Self Community in Deutschland engagiert, eröffnete den Abend. Seit kurzem als Trendscout für Wearable Technologies tätig, berichtete er über Trends im schnell wachsenden Markt der am Körper tragbaren Sensorlösungen.

Florian beschrieb das enorme Potential von Smartphones für passives Self-Tracking am Beispiel der Analyse der Gefühlslage welche allein am Klang der Stimme möglich sei und in zukünftigen Anwendungen integriert werden soll. Ebenso werde das Aktivitätsmonitoring durch die Integration in Smartphone-Betriebssysteme und den Eintritt großer Hardwarehersteller in den digitalen Fitness und Lifestyle Markt enorm an Verbreitung gewinnen.  Dabei werden zukünftige Smartphones wie auch am Körper tragbare Sensoren immer mehr Parameter aufzeichnen um präzisere Modellierungen aber auch medizinische Anwendungen zu ermöglichen.

Weitere Trends beschrieb Florian im Aufkommen intelligenter Textilien (Bsp. Socke mit Drucksensorik zur Ganganalyse ), organischer Elektronik für die Messung verschiedenster elektrischer Signale des Körpers und dem Thema Lifelogging, welches in diesem Jahr erstmals an Relevanz gewinnen und einige Diskussionen zur Privatsphäre auslösen wird.

Berlin Innovators@Google

Archify

Für das erste Startup, Archify, war Brendan Quinn zu Gast. Archify bildet via einer Browser-Erweiterung und der Verbindung mit sozialen Netwerken ein Archiv von sämtlichen Webseiten die man besucht. Danach können diese Seiten mit Archifys eigener Suchmaschine durchsucht werden.

Der Service von Archify erinnert ein bisschen an Lifelogging. Durch Lifelogging Kameras und beispielsweise auch Google Glass wird es bald möglich werden alles was man selbst sieht digital festzuhalten und zu archivieren. Archify macht etwas Ähnliches allerdings mit dem Surfverhalten.

Über ein Dashboard bietet Archify auch ein paar statistische Daten über das Suchverhalten. Brendan baute in die Präsentation auch eine kleinen Rückblick auf die letzten zehn Monate seines eigenen Surfens ein.

MySugr

Frank Westermann, der CEO von MySugr, einer mobilen Diabetes-Anwendung, folgte. MySugr wird bereits von mehr als 20’000 Diabetikern genutzt um ihren Zuckerkonsum zu tracken. Frank und seine Mitgründer sind alles selbst Diabetiker und kennen die Problematik daher genaustens.

Wie er betonte ist für Diabetiker Self-Tracking nicht nur ein Hobby sondersn absolut lebenswichtig. David Gordon hatte an der Quantified Self Konferenz in Amsterdam bereits ebenfalls darüber gesprochen, dass Diabetiker zwar allgemein ohne grosse Einschränkungen Leben können, dies aber eine genaue Abstimmung des Zuckerkonsums und der Insulinaufnahme benötigt. Dies ist natürlich ein klassisches Self-Tracking Problem und MySugr macht dies leichter und motivierender für Diabetiker indem es auch viele Spielelemente einbaut.

Frank konnte auch gleich noch verkünden, dass Tim Ferriss, der 4-Hour Workweek und 4-Hour Body Autor, ein offizieller Berater von MySugr geworden ist und das Startup fortan bei ihrem US-Launch und sonstiger Entwicklung unterstützen wird.

DropXM

Als letztes Startup war Nicola Kegel von DropXM dran. DropXM, welches noch in der Gründungsphase ist, wird kontinuierliche Bluttests anbieten um Gesundheitsmarker zu messen. Die Idee ist Schwach- und Verbesserungspunkte in der eigenen Gesundheit frühzeitig zu erkennen und konkrete Schritte zur Gesundheitsverbesserung oder Prävention zu empfehlen. Langfristig sollten dazu auch Daten vom Aktivitätstracking integriert werden.

Der Service erinnert sehr an WellnessFX, das bereits etwas Ähnliches in den USA anbietet. DropXM hat sicherlich einen guten Markt gewählt da in Europa konsumentenorientierte Gesundheits-Startups noch Mangelware sind. Die Frage wird sein ob DropXM die Preise genügend Tief halten kann um regelmässige Tests auch einem breiten Publikum finanziell zu ermöglichen.

Nicola erzählte zudem von ihrer eigenen Erfahrung mit der Messung ihres Vitamin-D Blutwertes. Seit sie nach einem ursprünglich sehr tiefem Result begann Vitamin-D als Ergänzungsmittel zu nehmen und mehr Zeit in der Sonne zu verbringen, hat sich ihre Gesundheit und Wohlbefinden merklich verbessert.

Die Datenschutzfrage

Zuletzt sprach Jan Schallaböck, der beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein, forscht. Er meinte die Regulierung von Quantified Self Anwendungen stehe noch sehr am Anfang und prophezeite, dass diese in den nächsten Jahren stark zunehmen werde.

Nach den Vorträgen genossen wir alle noch ein paar Getränke in der inspirierenden Atmosphäre und führten viele der Diskussionen weiter. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Google und Max Senges für die Gastfreundschaft. Wir freuen uns darauf die Diskussion bald weiterzuführen.

Die Quantified Self Europa Konferenz

Am 11. / 12. Mai trafen sich 280 Quantified Self-Enthusiasten aus der ganzen Welt für zwei Tage in Amsterdam zur QS Europe Conference 2013. Mit mehr als 100 Referenten unter den 280 Gästen war die Quantified Self Konferenz wie schon in der Vergangenheit sehr partizipativ und alle nur erdenklichen Themen rund um Köper, Psyche, Kognition und Verhalten waren vertreten. Gary Wolf eröffnete am Samstag morgen mit einer Keynote zum Thema Gefühle und Emotionen, zu der auch Robin Barooah and Jon Cousins, der Gründer von Moodscope beitrugen. 38% der Europäer, so Gary Wolf, litten unter emotionalen Problemen, weshalb es wichtig sei, das schwer fass- und messbaren Thema besser zu verstehen. Wenn die Keynote auch keine absoluten Antworten zum Umgang mit Emotionen liefern konnte, gaben Robin und Jon sehr persönliche Einblicke in ihrem Umgang mit emotionalen Schwierigkeiten und trugen mit zur offenen Atmosphäre der Konferenz bei.

QuantifiedSelfKonferenz Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt lag beim Thema Lifelogging welches durch die noch in diesem Jahr bevorstehende Markteinführung Mainstream-tauglicher Lifelogging-Kameras und -Technologien durch Anbieter wie Autographer, Memoto aber auch Google Glass an Aktualität gewinnt. Cathal Gurren, selbst seit 7 Jahren als Lifelogger mit Kamera um den Hals unterwegs, berichtete eindrücklich über seine Erfahrungen und Gewohnheiten beim Aufzeichnen von Daten. Im Gegensatz zum Experiment- und Lösungsbezogenen Sammeln gezielter Informationen bei Quantified Self Projekten gehe es beim Lifelogging darum, möglichst viele Daten aufzuzeichnen um sie verfügbar zu haben, wenn zukünftige Analysemethoden neue Anwendungen ermöglichen. Das Phänomen Lifelogging wurde mit einem Prodtotpyen der Memoto Kamera von einer Versuchsgruppe auch in der Praxis erprobt und in einer Plenumsdiskussion betrachtet. Dabei wurde insbesondere auch der Interessenkonflikt zwischen dem Erzeuger eines Lifeloggs und den von ihm fotografierten Mitmenschen diskutiert, welche häufig nicht wünschen in einem zufälligen Moment von Freunden oder auch von Fremden fotografiert zu werden. Gary Wolf wies in diesem Kontext auch darauf hin, wie wichtig es sei, die durch technologischen Fortschritt entstehende Möglichkeiten kritisch zu reflektieren und als Early Adapter den kulturellen Umgang unserer Gesellschaft mit neuen Technologien aktiv mitzugestalten.

LeadershipMeetingNeben zwei inhaltlich sehr spannenden Tagen habe ich mich auch sehr darüber gefreut, meine Co-Organisatoren aus Aachen, Berlin, Essen, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zu sehen aber auch einige neue QS Interessierte aus dem Deutsch-sprachigen Raum kennenzulernen. Wie ich in Amsterdam erfahren habe, wird es auch bald in Wien eine Quantified Self Gruppe geben. Sobald es losgeht gibt’s hier weitere Informationen.

Review Show&Tell #2 in Hamburg

Quantified-Self-Hamburg-Team-Europe-Archify-AskensioDie Show&Tell Serie der Hamburger Quantified Self Gruppe geht in die nächste Runde. Am 6. Mai direkt nach dem Hamburger Kirchentag trafen sich rund 25 QS Interessierte zu vier spannenden Talks und zum Austausch zwischen Gleichgesinnten. Mit dabei war ein Team von RTL um einen Beitrag über die QS Bewegung zu drehen (Sendetermin wird über Facebook & Google+ kommuniziert).

Nach der Begrüßung durch Dennis (Co-Orga QS Hamburg & Blogger auf Startup-CTO) und einem Dank an die Supporter des Abends (Team Europe, Archify & Askensio) startet Arne Tensfeldt im betahaus Hamburg mit seinem Talk. Arne-TensfeldtThema waren gesammelte Erfahrungen des Timetrackings zur genaueren Betrachtung der eigenen Work-Lifebalance. Exemplarisch stellte er einige der eingesetzten (Android) Apps vor.

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Review Show&Tell #1 in Köln

Los gehts! Begrüßung durch das Orga-Team.

Los gehts! Begrüßung durch das Orga-Team. (Foto: Tobias Kopka)

Gestern hat das 1. Kölner Quantified-Self-Treffen stattgefunden – und es war ein gelungener Einstand! Vielen Dank an alle Teilnehmer. Ihr habt gerockt.

Besonderer Dank geht natürlich an die Vortragenden und auch unsere Sponsoren, ohne die wir das Event in dieser Form nicht hätten veranstalten können. Gefreut hat uns auch, dass die Presse interessiert war (WDR 5 und SAT.1 waren vor Ort).

Für eine Auftaktveranstaltung war das Treffen gut besucht, 40 Plätze waren besetzt und nach einem ersten Run auf das Buffet und die Getränke inklusive erstem Socializing haben wir gegen 19:30 Uhr mit einer Begrüßung und einer Kurzvorstellungsrunde gestartet. Jeder der Anwesenden konnte und sollte sich mit seinem Namen und drei Stichwörtern vorstellen. Dieses Vorgehen hat sich bei diversen Barcamps bewährt, und auch bei uns konnte man sich so trotz der Anzahl der Teilnehmer schnell ein Bild davon machen, aus welcher Richtung die anderen so alle kamen und wer ähnliche Interessen hat. Weiterlesen