Self-Tracking Erfahrung im igrowdigital Podcast

Gemeinsam mit Christian Grasse und Johannes Kleske produziere ich seit einigen Monaten den igrowdigital Podcast, auf dem wir über die neusten Trends im Bereich Quantified Self und Wearables sprechen. In der aktuellen Folge geht es um unsere persönliche Erfahrung mit Self-Tracking. Johannes berichtet davon, wie er seinen Blutdruck gesenkt und mit intermittierendem Fasten sehr schnell abgenommen hat. Ich erkläre mein aktuelles Self-Tracking Programm, mit dem ich Gewicht reduziert, Muskeln aufgebaut und meinen Schlaf und meine Produktivität verbessert habe. Über diese Themen gibts auch einen Vortrag beim Berliner Quantified Self Show & Tell #6 heute Abend. Unter anderem spreche ich dabei auch über Time-Tracking. Die aktuelle Folge des igrowdigital Podcasts könnt ihr Euch direkt im Soundcloud Player anhören. Das Diagramm auf dem Bild zeigt, was ich im ersten Quartal 2014 mit meiner Zeit so angefangen habe.

Cheers, Florian

 

Testosteron-Tracking und Ernährung

Kratzwunden, die über Nacht heilen, erhöhter Blickkontakt mit dem vorbeiziehenden, weiblichen Geschlecht und eine hormonelle Aura, die alle Personen in einem drei Meter Umkreis überwältigt. So ähnlich beschreibt Tim Ferriss den Effekt der Verdreifachung seines Testosteronspiegels in seinem Buch “Der 4-Stunden-Körper.” Die Aggression, die schnelle Wundheilung und die übermäßige Kraft und Energie erinnern durchaus auch an den behaarten Mutanten in der X-Men Serie. In seinem zweiten Show & Tell ist Maximilian Gotzler diesmal der Macht des wichtigsten männlichen Geschlechtshormons auf den Grund gegangen. In folgendem Video könnt ihr Max’ unterhaltsamen Vortrag nochmals miterleben und mehr über die biologischen Mechanismen und Funktionen von Testosteron erfahren. Darüber hinaus erfahrt ihr, wie man sein Level mit Ernährung verändern kann und wie sich Auswirkungen einer signifikanten Erhöhung tatsächlich zeigen.

Maximilian Gotzler ist ehemaliger Leistungssportler, Unternehmer und langjähriger Self-Tracker. Mit seinem Unternehmen Biotrakr will er Nutzern ermöglichen, Blutwerte einfach zu ermitteln, richtig zu interpretieren und zu optimieren. Twitter: @maxeeegeee, @biotrakr.

Beziehungs-Tracking

Fabio Santos ist Organisator des Quantified Self Meetup in Rio de Janeiro und liebt es zu Reisen und neue Leute kennenzulernen. Fabio trackt seine sozialen Interaktionen mit Menschen auf der ganzen Welt und analysiert deren Relevanz um die wichtigen Beziehungen in seinem Leben nicht aus den Augen zu verlieren und in Ihrer Qualität weiter zu entwickeln. Auf dem ersten Kölner Quantified Self Meetup hat Fabio seine Self-Tracking Praxis und die daraus entstehenden Vorteile beschrieben. Ein interessanter Talk der auch schon bei der Quantified Self Europe Konferenz im letzten Jahr für viel Erheiterung gesorgt hat.

Verhaltensänderung mit Apps und Gadgets

Holger Dieterich sprach beim 5. Berliner Show & Tell über Verhaltensänderung. Der freiberufliche Consultant nutzt seinen Fitbit und verschiedene andere Apps um sich zu mehr Aktivität im Alltag und zu regelmäßigen Laufen zu motivieren. Welche Tools er verwendet und was er dabei herausgefunden zeigt das Video.

Großes Interesse an Self-Tracking

In Amerika ist das Aufzeichnen von Daten zur Gesundheit weit verbreitet. Nach einer im September 2012 veröffentlichten Studie des Pew Research Centers erfassen 69 % der amerikanischen Bevölkerung einen oder mehrere Werte wie Gewicht, Blutdruck oder Blutzucker, zumeist für sich selbst, in vielen Fällen auch für eine Person aus dem persönlichen Umfeld. 21% der amerikanischen Bevölkerung nutzen Apps, Sensoren und Websites um ihre Daten zu speichern und auszuwerten, was im Vergleich zur reinen Messung ohne Aufzeichnung zu einem besseren Bewusstsein im Bezug auf die eigene Gesundheit führt.

Eine Emnid-Umfrage in Deutschland, Frankreich und Großbritannien liefert nun erstmals einen Einblick in das Interesse der Europäer am Self-Tracking. Je Land wurden 1.000 Personen zwischen 14 und 65+ Jahren befragt, welche Aspekte ihres Lebens sie gerne messen würden, um gesünder und bewusster zu Leben. Die Ergebnisse der Studie bestätigen den Eindruck, den wir in der Quantified Self Community schon seit längerem haben: Weit mehr als die Hälfte aller Deutschen und Briten zeigen großes Interesse daran, diverse Aspekte ihres Lebens wie gesundheitliche Indikatoren oder persönliche Finanzen zu analysieren, um besser und bewusster zu leben. Die Franzosen stehen dem Trend zum Self-Tracking etwas skeptischer gegenüber. Hier begeistert sich nur ein knappes Drittel der Befragten dafür.

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Gesundheit, Umwelt, Finanzen vor Sport und Fitness

Die Befragten in Deutschland und Großbritannien interessierten sich zumeist für ihre Gesundheit: 73 Prozent der Briten und nahezu 62 Prozent der Deutschen wollen Parameter wie etwa Bluthochdruck oder Blutzucker im Auge behalten. Mit 59 Prozent hegen die Deutschen an zweiter Stelle den Wunsch, den persönlichen Energieverbrauch überwachen zu können. Diese Frage beschäftigt insbesondere Frauen, von denen 60 Prozent ihren persönlichen CO2-Ausstoß analysieren wollen – bei den Männern ist das nur 45 Prozent wichtig. Ebenfalls interessiert zeigten sich die Befragten daran, Statistiken zu ihren persönlichen Finanzen auszuwerten (73 Prozent der Briten, 56 Prozent der Deutschen). Dieser Aspekt ist auch der einzige, der von mehr als der Hälfte der Franzosen als relevant angesehen wird.

Daten zu sportlichen Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren interessieren im Durchschnitt nur die Hälfte der Deutschen und gar nur 42 Prozent der Briten und 34 Prozent der Franzosen. Informationen zu aufgenommenen bzw. verbrauchten Kalorien interessieren ebenfalls nur 53 Prozent der Deutschen und sogar nur 32 Prozent der Franzosen. Anders sieht dies bei den jungen Befragten zwischen 14 und 29 Jahren aus: Ihr Interesse am Life-Logging liegt zum Teil bis zu 27 Prozent über dem Durchschnitt.

Analysieren und Handeln

Auch die Nutzung der aufgezeichneten Daten hängt stark vom Alter der Befragten ab. In England zum Beispiel würden etwa 78 Prozent der jüngsten Befragten (bis 24 Jahre) ihre Leistungen steigern wollen und 72 Prozent sogar ihr Leben ändern. Bei den ältesten Befragten (65 Jahre und älter) sind dies nur 31 bzw. 32 Prozent. Ein ähnliches Gilt zeigt sich auch in Deutschland und Frankreich. Ganze 46 Prozent der deutschen Jugend (14 bis 29 Jahre) fühlt sich durch die Daten motivierter, bei den Älteren (60 Jahre und älter) trifft das nur auf 22 Prozent zu. Bei den Franzosen wären mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Jugendlichen (bis 24 Jahre) motivierter, aber lediglich ein Viertel der Älteren (65 Jahre und älter) denkt genauso. Auch bei der Bereitschaft zum Teilen und Vergleichen der Daten mit anderen wird mein Eindruck aus der Quantified Self Bewegung bestätigt. Lediglich ein Drittel der Briten ist daran interessiert, die Daten mit denen anderer zu vergleichen. In Deutschland und Frankreich sind das sogar nur 22 beziehungsweise 19 Prozent.

Die Umfrage wurde im August 2013 im Auftrag von QlikTech, dem führenden Anbieter von anwendergesteuerter Business Intelligence Software durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Europäer ein vitales Interesse an Daten zu ihrer eigenen Gesundheit besitzen, ähnlich wie die Bevölkerung Amerikas, dem Ursprungsland der Quantified Self Bewegung.

Dieser Artikel ist im Original auf igrowdigital.com erschienen

Quantified Self Global Conference

Die Quantified Self Global Conference 2013 wird bereits das fünfte Treffen der weltweiten Community sein. Es wird eine Konferenz mit Teilnehmern aus vielen der mittlerweile über 90 QS-Gruppen weltweit. Es ist die Gelegenheit sich gegenseitig zu inspirieren und voneinander zu lernen, self-tracking Projekte zu teilen, gemeinsam neue Ideen auszuarbeiten und die Zukunft der QS Bewegung mitzugestalten.
Was erwartet Euch wenn ihr bisher noch nie an einer QS-Konferenz teilgenommen habt? Der Stil ist sehr praxisnah und interaktiv, mit Workshops zum Themen wie Wohlbefinden, Datenvisualisierung, Schlaf, Ethik, und vielen weitere Themen. Es werden einige der interessantesten Referenten aus QS Show & Tell Meetups aus aller Welt ihr Wissen weitergeben und Podiumsdiskussionen finden statt zu den aktuellsten Themen in den Bereichen Technologie und der self-tracking Kultur.
Wenn du ein fortgeschrittener Anwender, Designer, Erfinder, Unternehmer, Journalist, Wissenschaftler oder Gesundheitsexperte bist, melde dich an für die Konferenz im schönen San Francisco Presidio Officer’s Club, direkt am Fuße der Golden Gate Bridge.
QSEU2013
Achtung: Die Teilnehmerzahl ist auf 450 Personen begrenzt und auf Grund bisheriger Erfahrung wird die Konferenz wieder komplett ausverkauft werden, deshalb sicher dir deinen Platz schnellstmöglich.
Dieser Artikel ist im Original auf quantifiedself.com erschienen. Danke an Roland Gaber für die Übersetzung.

 

Die Quantified Self Europa Konferenz

Am 11. / 12. Mai trafen sich 280 Quantified Self-Enthusiasten aus der ganzen Welt für zwei Tage in Amsterdam zur QS Europe Conference 2013. Mit mehr als 100 Referenten unter den 280 Gästen war die Quantified Self Konferenz wie schon in der Vergangenheit sehr partizipativ und alle nur erdenklichen Themen rund um Köper, Psyche, Kognition und Verhalten waren vertreten. Gary Wolf eröffnete am Samstag morgen mit einer Keynote zum Thema Gefühle und Emotionen, zu der auch Robin Barooah and Jon Cousins, der Gründer von Moodscope beitrugen. 38% der Europäer, so Gary Wolf, litten unter emotionalen Problemen, weshalb es wichtig sei, das schwer fass- und messbaren Thema besser zu verstehen. Wenn die Keynote auch keine absoluten Antworten zum Umgang mit Emotionen liefern konnte, gaben Robin und Jon sehr persönliche Einblicke in ihrem Umgang mit emotionalen Schwierigkeiten und trugen mit zur offenen Atmosphäre der Konferenz bei.

QuantifiedSelfKonferenz Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt lag beim Thema Lifelogging welches durch die noch in diesem Jahr bevorstehende Markteinführung Mainstream-tauglicher Lifelogging-Kameras und -Technologien durch Anbieter wie Autographer, Memoto aber auch Google Glass an Aktualität gewinnt. Cathal Gurren, selbst seit 7 Jahren als Lifelogger mit Kamera um den Hals unterwegs, berichtete eindrücklich über seine Erfahrungen und Gewohnheiten beim Aufzeichnen von Daten. Im Gegensatz zum Experiment- und Lösungsbezogenen Sammeln gezielter Informationen bei Quantified Self Projekten gehe es beim Lifelogging darum, möglichst viele Daten aufzuzeichnen um sie verfügbar zu haben, wenn zukünftige Analysemethoden neue Anwendungen ermöglichen. Das Phänomen Lifelogging wurde mit einem Prodtotpyen der Memoto Kamera von einer Versuchsgruppe auch in der Praxis erprobt und in einer Plenumsdiskussion betrachtet. Dabei wurde insbesondere auch der Interessenkonflikt zwischen dem Erzeuger eines Lifeloggs und den von ihm fotografierten Mitmenschen diskutiert, welche häufig nicht wünschen in einem zufälligen Moment von Freunden oder auch von Fremden fotografiert zu werden. Gary Wolf wies in diesem Kontext auch darauf hin, wie wichtig es sei, die durch technologischen Fortschritt entstehende Möglichkeiten kritisch zu reflektieren und als Early Adapter den kulturellen Umgang unserer Gesellschaft mit neuen Technologien aktiv mitzugestalten.

LeadershipMeetingNeben zwei inhaltlich sehr spannenden Tagen habe ich mich auch sehr darüber gefreut, meine Co-Organisatoren aus Aachen, Berlin, Essen, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zu sehen aber auch einige neue QS Interessierte aus dem Deutsch-sprachigen Raum kennenzulernen. Wie ich in Amsterdam erfahren habe, wird es auch bald in Wien eine Quantified Self Gruppe geben. Sobald es losgeht gibt’s hier weitere Informationen.

Quantified Self Europe Conference

Am 11. und 12. Mai findet die zweite europäische Quantified Self Konferenz in Amsterdam statt. Ähnlich wie schon bei der ersten Quantified Self Europa Konferenz versammeln sich hier Self-Tracker, Wissenschaftler, Experten und Journalisten zum Austausch über persönliche Erfahrungen und technologische Trends aus dem Bereich Quantified Self. Ich freue mich schon sehr, viele Show Tell Organizer aus der ganzen Welt wieder zu sehen und spannende neue Menschen kennen zu lernen. Die Konferenz ist ein spannendes Event für alle die sich für Quantified Self interessieren. Weitere Informationen und Tickets gibt es hier.
qsconference2012

Show & Tell #2 der Berlin Quantified Self Meetup Group

Das zweite Show & Tell der Englisch-sprachigen Berliner Meetup Gruppe fand wie auch schon mehrere Deutsch-sprachige QS Events in der c-base statt. In der tech-lastigen Atmosphäre des weltweit bekannten Hackerspaces berichteten am 24. Januar mehrere Self-Tracker und Startups und beflügelten einen angeregten Austausch unter dem Publikum aus Sportlern, Entwicklern und QS-Interessierten. Als erster Sprecher des Abends präsentierte Dr. Ralf Belusa seine Big Data Self Tracking Projekt Hallo Doctor, einer von ihm selbst entwickelten Anwendung, mit welcher er während der letzten Jahre 30 Mio Datenpunkte am eigenen Körper, durch andere User und aus frei im Internet zugängliche Quellen erfasst hat. Folgendes Video zeigt Dr. Belusas Vortrag beim Quantified Self Show & Tell.

Als zweiter Sprecher kam der Berliner Künstler und Hacker Wolfgang Spahn zu Wort. Er berichtete über seine Kunstinstallationen welche physiologische Parameter wie Atmung und Hirnströme des Betrachters in eine analoge Projektion integrieren um ein interaktives Erlebnis zu ermöglichen. Der Elektronik Experte zeigte auch wie mit Arduino und Raspberry Pi selbst einfache Schaltungen und Aufbauten zur Messung von Puls, Atmung und anderen Werten möglich ist. Ich hatte übrigens die Gelegenheit Wolfgang Spahn in seinem Berliner Atelier zu besuchen und bin mir sicher, dass er noch einige sehr interessante Projekte an der Grenze von Kunst und Quantified Self erschaffen wird.

Die Quantified Self Community

Photo von der QS Conference (copyright by Apneet Jolly)

Photo von der QS Conference (copyright by Apneet Jolly)

Wer schon öfter unsere Artikel gelesen hat, weiß wahrscheinlich, dass wir uns als Community verstehen bei der jeder mitmachen kann. In diesem Artikel möchten wir beschreiben wie diese Gemeinschaft funktioniert und wie man sich einbringen kann.

Am einfachsten kommt man mit der QS Community bei persönlichen Treffen in Kontakt. Auch im Zeitalter von Social Media hat die alte Methode des Sprechens, Zuhörens und der direkten Interaktion immer noch große Bedeutung. Diese Bedeutung kommt auch durch die Quantified Meetups welche rund um die Welt beinahe täglich stattfinden zum Ausdruck. Diese Meetups sind aus dem einfachen Wunsch entstanden, zu Lernen, was andere Menschen mit der Fähigkeit sich selbst zu beobachten und zu verstehen anfangen. Vier Jahre später lebt die Philosophie des offenen Teilens und des gemeinschaftlichen Lernens in 80 Meetups wie zum Beispiel in Sydney, San Diego oder Hamburg (wo kommenden Montag das erste Show & Tell stattfindet).

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